Banner_deWas sind die Schicksalsfragen unserer Zeit? Klimawandel. Ungleichheit. Armut. Obdachlosigkeit. Konzernmacht. Umweltzerstörung. Die Flüchtlingskrise. Austeritätspolitik. Und andere mehr.

Immer mehr Menschen wird bewusst, dass diese Probleme zusammenhängen – dass sie ihre gemeinsame Ursache in unserem fehlgeleiteten Wirtschaftssystem haben. Deshalb auch waren die jüngsten weltweiten Kampagnen gegen Freihandelsabkommen (wie TTIP, CETA, EPAs…) so schlagkräftig. BefürworterInnen dieser Abkommen führen v. a. Wohlstandsgewinne ins Treffen. Indes: Diese Abkommen schädigen die Umwelt durch noch intensivere Ressourcenausbeutung. Sie steigern den Verkehr zu Land, Luft und Wasser und heizen damit den Klimawandel weiter an. Sie erzwingen weltweite Wanderungsbewegungen durch die Schaffung eines prekären globalen Markts für Billigjobs. Sie nehmen Regierungen in Geiselhaft. Und sie nutzen auch nicht den KonsumentInnen, sondern in erster Linie großen Konzernen und jenen, denen sie gehören.

Was hat das mit dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu tun? Solange wir Erfolg und Misserfolg unserer Politik anhand dieser Kennzahl bemessen, behalten all die Dinge, gegen die wir kämpfen, die Oberhand. Messen ist Wissen ist Macht. Das BIP misst lediglich monetäre Transaktionen und verrechnet sie als Beitrag zum Wohlstand, auch wenn sie die Umwelt und die Gesellschaft nachhaltig schädigen. Wälder haben bspw. keinen Wert im BIP, solange sie nicht abgeholzt werden. Genauso Gesundheit und Wohlbefinden, solange sie nicht “repariert” werden müssen. Arbeit, solange sie nicht bezahlt wird. Oder Frieden, solange er nicht erbombt wird – alles Dinge, die das BIP-Wachstum nicht nur in Kauf nimmt, sondern die es eben kostet.

Das BIP steht für eine Wirtschaft, die nicht zukunftsfähig ist – weil es für die Ausbeutung von Mensch und Natur blind ist, oder diese sogar fördert. Und dennoch beeinflusst es maßgeblich Politik. Es ist zentraler Bestandteil der EU-Verträge, der Benchmarks von IWF, Weltbank und privaten Rating-Agenturen und der daran geknüpften Austeritätspolitik.

Wir müssen das BIP vom Sockel stoßen. Ohne BIP gehen den VerfechterInnen umweltzerstörerischer Industrien, ausbeuterischer Handelsbeziehungen, Austeritäts- und konzerngetriebener Expansionspolitik die Argumente aus. Ohne BIP verlieren die großen Konzerne die Definitionsmacht darüber, was erfolgreiche Politik ist – und was wir uns von ihnen gefallen lassen müssen. Ohne BIP gewinnen wir wieder an Gestaltungsmacht.

Das BIP loszuwerden ist nur ein Schritt – aber ein wichtiger Schritt auf dem Weg, diese Wirtschaft loszuwerden und die Wirtschaft zu bekommen, die wir uns wünschen. Tausende zivilgesellschaftliche Organisationen in Europa und der ganzen Welt kämpfen bereits dafür – auch wenn ihnen das vielleicht gar nicht bewusst ist. Alles wogegen sie sind, wird durch das BIP repräsentiert. Dieses gemeinsame Interesse müssen wir uns bewusst machen.

Machen wir gemeinsam Druck auf unsere Regierungen, das BIP durch neue, bessere Zielgrößen für gesellschaftlichen Fortschritt, Wohlbefinden und Nachhaltigkeit zu ersetzen, die die Grundlage für die notwendige Transformation auf allen Ebenen bilden können.

Schließt Euch der Stop GDP-Kampagne an! Macht sie zum Teil Eurer eigenen Kampagne. Bilden wir ein internationales Netzwerk, um gemeinsam Druck aufzubauen für einen Wandel, der uns alle in unserer Arbeit für eine bessere Zukunft unterstützt!

Ihr wollt mehr wissen & aktiv werden? Informiert Euch auf unserer Stop GDP-Website. Verbreitet die Botschaft. Tretet mit uns in Kontakt. Werden wir gemeinsam aktiv!

Download als PDF

 

imzuwi_logokombi_web_gruen_officialfinalDas Impulszentrum Zukunftsfähiges Wirtschaften (ImZuWi.org) ist bereits Teil der Stop GDP-Initiative. Wir haben uns eingehend und kritisch mit der Problematik des BIP und möglichen Alternativen beschäftigt und ein Dossier dazu ausgearbeitet – die bislang umfassendste und radikalste Abrechnung mit der Wertrechnung im deutschen Sprachraum: >> zum Dossier “BIP. Kritik und Alternativen” auf http://imzuwi.org/